Das war der First Run (23. + 24.05.2010)
Im Laufe des Samstags sind die Trainer aus allen Teilen Deutschlands mit ihren Jungpferden angereist.
In der speziell für sie reservierten Halle hat jeder Trainer zwei Boxen, eine für sein Trainingspferd und eine für seine Selbstdarstellung, Prospekte, Infos zu sich und seinem Trainingsstall usw. Die Jungpferde erhalten die Möglichkeit, sich in der für sie fremden Umgebung umzusehen. Die meisten von ihnen sind ja auch noch keine routinierten "Hängerfahrer" und sind froh, am Ziel angekommen zu sein.
Die Trainer und Steffi Gaupp als einzige Frau im Team lernen sich kennen, einige der Teilnehmer sind sich in Wenden das erstemal begegnet. Im Laufe des Contests ergibt sich eine von Humor und gegenseitiger Hilfsbereitschaft getragene Atmoshäre unter den Mitwirkenden. Bei allem Ehrgeiz - die "Wettbewerbshaltung" ist spürbar. Trotzdem bleibt gute Horsemanship und professionelle Kollegialität der Spirit des Western Horse Trainer Contests.
Ca. 120 Zuschauer vefolgen an den zwei Tagen die Trainingseinheiten der Ausbilder und ihrer Pferde. Anders als man es von anderen Veranstaltungen kennt, ist das Publikum überraschend qualifiziert. Zahlreiche Vertreter auch aus dem Lager der Klassisch-Reiterei sind gekommen. Den einzelnen Trainern wird aufmerksam zugehört, auf den Tribünen ist Ruhe und Konzentration spürbar. Das Publikum nutzt die Chance, um von diesen acht Trainern wirklich zu lernen.
Das Niveau des Contests war erstaunlich: Erfahrene Trainer auf Seiten der teilnehmenden Trainer, informierte, mitdenkende Zuschauer im Publikum. Auch wenn eine 25-Minuten-Sequenz im RoundPen nur einen kleinen Ausschnitt aus einem umfassenden Ausbildungskonzept zeigen kann, entstehen bei den Zuschauern durch die erläuternden Worte der Trainer sehr gute Eindrücke über Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Generelles und Spezielles. Die Intensität, mit der die Besucher/-innen Fragen stellen und die Kompetenz der Trainer herausfordern, war für die Initiatoren der Veranstaltung, Erich Busch und Volker Laves vom Western College, eine große Freude.
Die Beteiligung am Trainer Contest durch die Teilnahme am "Voting" bereitet dem Publikum sichtlich Freude. Der Fragebogen enthält mehrere Fragen, das heißt, die Trainer werden von den Zuschauern unter verschiedenen Aspekten bewertet. So gibt es z.B. Fragen zur gezeigten Horsemanship sowie zur Verständlichkeit bzw. Plausibilität der Erklärungen. Es wurde aber auch gefragt, bei welchem Trainer das Pferd in der Arbeit den zufriedensten Eindruck gemacht hat. Differenzierte Fragen führten zu differenzierten Antworten. Das "Voting" - ursprünglich als eher humorige Komponente in den Wettbewerb eingebracht - gehörte zu den vieldisktuierten Themen. Einige Zuschauer und mancher Trainer vertraten z.B. die Auffassung, die Beurteilung der Trainer hätte besser durch ein "Fachgremium" aus Experten erfolgen sollen. Aber wer bitte möchte " der Dieter Bohlen" der Westernreiterei sein? Aus Sicht der Veranstaltung hat schon die erste Runde des Trainer Contests deutlich gemacht, dass es bei den vorgestellten Ausbildungswegen und -weisen nicht um richtig oder falsch geht. Die Vielfalt der Trainingsziele und der eingesetzten Methoden machte für das Publikum einen besonderen Reiz aus.
Natürlich gab es beim Western Horse Trainer Contest American Quarter Horses. Das hat sicher niemanden überrascht. Die ebenfalls präsentierten Andalusier, der Haflingerwallach, die Berberstute und ein Araber boten eine zusätzliche Abwechselung und beeindruckten durch ihre rassetypischen Eigenheiten.
Der strahlende Sieger des Vorlaufs. Am Montag abend stand es fest: Thomas Günther hatte das Publikum für sich gewinnen können und war dicht gefolgt von Stefan Ostiadal auf dem ersten Platz. Das war das Ergebnis der Zwischenauswertung. Gewonnen hat bei dieser Runde nur das Publikum: Wertvolle Sachpreise wurden unter den teilnehmenden Abstimmern verlost. Der ausgelobte Gewinn für den Sieger des Western Horse Trainer Contests ist in der Circle L Saddlery zu bewundern: Ein nach alter Cowboy-Art gefertigter Ranch-Sattel in Vaquero-Tradition nach einem Entwurf von Erich Busch.
Die wunderbaren Bilder hat ausnahmslos Katja Münch von KD Design fotografiert und den Veranstaltern zur Verfügung gestellt. Die Bilder unterliegen daher dem Urheberrecht ©.
Die Bilder vom First Run (23. + 24.05.2010)